Geschichte des Junkernhof

Die Familie Wolff von Gudenberg war bis Ende des 13. Jahrhunderts auf den beiden Burgen des Grossen und des Kleinen Gudenbergs bei Zierenberg ansässig, nur wenige Kilometer von Meimbressen entfernt.   Das zwischen den Ländereien des Mainzischen Lehnsherrn und den hessischen Landgrafen liegende Meimbressen blieb für lange Zeit ein „Gudenbergsches Dorf“. Seit wann es das aber schon war, ist nicht genau belegt.

                                    

Nachdem die Burgen im 13. Jahrhundert von dem hessischen Landgrafen XX zerstört wurden und die im 16. Jahrhundert für die Wölffe ungünstige Entwicklung der v. Gudenbergschen Erbfolge dazu führte dazu, dass die Familie viel Macht, grosse Ländereien und Einfluss verlor, wohnte seit 1550 wieder dann auch ein Zweig der Familie ganz in Meimbressen. Wo genau ihr Herrensitz in Meimbressen lag, vielleicht im befestigten Bereich der Kirche oder als Wasserburg in der sumpfigen Bachniederung, und wie er damals aussah, ist unbekannt. 

 

Um 1610 wurde mit dem Bau des Junkernhofes begonnen. Nach Ergebnissen einer aktuellen dendochronologischen Untersuchung, bei denen Holzzylinder aus den Balken analysiert werden,  wurde das Hauptgebäude des heutige Junkernhofs etwa 1610 begonnen und ca. 1659 von Rabe Moritz  W.v.G. vollendet. Das Herrenhaus bestand damals aus dem von Nord nach Süd verlaufenden Hauptgebäude mit einem Fachwerkgeschoss und hohem Dach mit Gauben, dazu einem Säulengang an der Hofseite, einem Fachwerkwendeltreppenturm mit Haube und einem Giebel daneben. Davon gibt es noch ein Ölbild.

Es ist ein relativ schlichtes, rustikales Fachwerkhaus, dessen Stilmerkmale man noch der Renaissance zurechnen kann. Der Junkernhof in seiner geschlossenen Hofform entspricht am ehesten der fränkischen Bauart. Er ist im architektonisch ein seltener Sonderfall, denn er verbindet repräsentative Züge eines Adelssitzes mit rustikalen Elementen eines eher grossbäuerlichen Hofes.  

Die Witwe von Eitel Burkhard, der schon 1665 starb, Margarethe Hypolita erweiterte 1667 den Neubau des Junkernhofs. Sie schloss den Hof viereckig nach Osten und Süden durch eine Mauer ab und ließ den Nordflügel als Stallgebäude, die heutige renovierte Remise erbauen. 

Im folgenden Jahr wurde dann das Herrenhaus durch einen neuen von Westen nach Osten verlaufenden Seitenflügel mit einem Südgiebel und einem Ostgiebel sowie einem neuen massiven Südwesteckturm ergänzt. Die Jahreszahl 1668 ist, in Stein gehauen, bis heute an der Südseite zu lesen. So blieb die Anlage des Junkernhofs im Wesentlichen bis zur Gegenwart erhalten. Lediglich der Eckturm, die Haube des Fachwerktreppenturms und ein Giebel auf der Hofseite wurden im 19. Jahrhundert leider abgetragen. 

Eberhardt WvG und Alexander WvG haben über 4 Jahrzehnte das Gebäude erhalten und unter Wahrung der alten Bausubstanz modernisiert und auch im IT - Bereich den digitalen Zeiten angepasst. In dem umgebenden Park sind auch noch die Grundmauern des Malzhauses noch erkennbar, in dem im 18 Jahrhundert die Gastwirte das Bier von „der Burg“ bezogen.

 

Georg Moritz WvG ließ 1744 den Nordflügel (Remise) des Herrenhofes mit Stall- und Wirtschaftsräumen neu, allerdings sehr einfach ausbauen. Eine Inschrift über dem Scheunentor weist noch heute darauf hin. Alexander WvG nahm ab 2013 bis 2022 eine vollständige Renovierung und Erneuerung des Stallflügels vor und führte den dahinterliegenden Steinbruch einer neuen Bestimmung als Bühnenkulisse zu.